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Glasfaser im Mehrfamilienhaus.

In Wuppertal und ganz NRW läuft der Glasfaserausbau. E.ON, 1&1, Telekom, Vodafone und kleinere regionale Anbieter werben in den Quartieren um Kunden. Werbebriefe landen reihenweise in den Briefkästen, manchmal vom selben Anbieter mehrmals im Quartal. Wer als Eigentümer, Hausverwalter oder Immobilienverwaltung den Brief bekommt, hat ein paar Wochen Zeit, ein paar wichtige Entscheidungen zu treffen. Die wichtigste davon: ein hauseigenes Glasfasernetz, auf das alle Anbieter dürfen, statt für jeden Anbieter eine eigene Baustelle in Ihrem Hausflur.

Worum es eigentlich geht

Wenn ein Anbieter in Ihrer Straße Glasfaser ausbaut, geht es nicht um den Internetvertrag eines einzelnen Mieters. Es geht um die Verkabelung in Ihrer Immobilie: wer legt sie, wem gehört sie danach, wer entscheidet, welche Anbieter darauf laufen dürfen. Wer hier vorschnell unterschreibt, vergibt Mitspracherechte für die nächsten 20 Jahre.

Die wichtigste Unterscheidung, die viele Erstauftritte verschlafen: der Anbieter baut bis in den Keller. Was danach passiert, also Steigleitung, Etagenverteilung, Faser bis zur Wohnungsdose (APL) in jeder Wohnung, ist eine eigene Entscheidung. Und genau diese Entscheidung sollten Eigentümer und Immobilienverwalter aus der Hand des Anbieters nehmen.

Hausanschluss vom Anbieter, Innenausbau vom Eigentümer

Das ist die Konstellation, die wir bei Bestandsbauten und Neubauten in Wuppertal und ganz NRW empfehlen. Sie funktioniert so:

Anbieter liefert bis Keller

Der Anbieter zieht die Glasfaser von der Straße in den Hausanschlussraum. Dort sitzt der zentrale Verteiler. Ab da ist die Versorgungsleitung da, mehr nicht. Jeder Anbieter, der mitspielen will, kommt nur bis hierhin.

Eigentümer beauftragt den Innenausbau

Steigleitung, Etagenverteiler, Spleißmuffen, Faser bis zur Wohnungsdose (APL) in jeder Wohnung. Dieser Teil gehört dem Eigentümer, wenn er ihn selbst beauftragt. Wir bauen das.

Open-Access: einmal Faser, immer Faser

Die Faser von der Wohnung bis in den Keller bleibt dieselbe, immer. Wechselt ein Mieter von E.ON zu Telekom, wird im Keller einfach umgesteckt. Kein neuer Bauauftrag, kein Bohren, kein Termin in der Wohnung.

Das ist der eigentliche Hebel. Sie bauen einmal, sauber, und danach läuft jeder Anbieter (E.ON, 1&1, Telekom, Vodafone, regionale Anbieter) auf der gleichen Faser. Mieter wechseln, die Verkabelung in Ihrer Immobilie bleibt unverändert.

Die Alternative: jeder Anbieter baut selbst

Wenn Sie keinen eigenen Innenausbau machen lassen und stattdessen jeden Anbieter einzeln ins Haus lassen, der „seine" Mieter beliefern will, sieht das praktisch so aus:

Drei Baustellen statt einer

Anbieter A kommt, baut Spleißbox A im Hausflur und zieht in die Wohnungen seiner Vertragskunden. Sechs Monate später kommt Anbieter B, setzt Spleißbox B daneben und bohrt durch andere Wände. Ein Jahr später Anbieter C, mit Spleißbox C. Das sind drei Bauphasen, dreifache Mieterinformation, dreifacher Wegerechtsaufwand.

Hausflur und Wohnungen werden Patchwork

Drei Verteilerschränke nebeneinander, drei verschiedene Trassenführungen, drei Wartungsfirmen mit unterschiedlichen Standards. Wenn ein Mieter den Anbieter wechselt, kommt der neue Anbieter und bohrt nochmal. Ästhetik und Werterhalt der Liegenschaft leiden.

Mieterbeziehung gerät außer Kontrolle

Anbieter kommunizieren direkt mit Ihren Mietern, schalten Werbung im Hausflur, schicken Werber an die Wohnungstür. Sie als Verwaltung erfahren oft erst nachher, wenn ein Mieter sich beschwert.

Niemand fühlt sich für die Liegenschaft zuständig

Anbieter verantworten ihren Vertrag, ihre Faser, ihren Verteiler. Niemand verantwortet das Gesamtbild. Bei Schaden, Defekt oder Umbau zeigen alle aufeinander, Sie bleiben mit dem Problem allein.

Sie verlieren Verhandlungsmacht

Sobald sich Anbieter mit eigener Verkabelung im Haus etabliert haben, lassen sie sich schwer ablösen. Bei späteren Konditions-Verhandlungen oder einem Anbieterwechsel haben Sie kaum Hebel, weil das Hausnetz zerstückelt ist.

Mieter-Geduld leidet

Mehrere Bauphasen bedeuten mehrfach Lärm, mehrfach Termine, mehrfach Aufstellflächen im Hausflur, mehrfach Begehungen in der Wohnung. Die Beschwerden landen bei der Hausverwaltung, nicht beim Anbieter.

Das ist nicht hypothetisch. Wir arbeiten bundesweit am Glasfaserausbau und kennen aus Regionen, in denen der Roll-out schon weiter fortgeschritten ist, genau diese Konstellation. Wuppertal ist beim Ausbau noch in einer frühen Phase. Wer jetzt mit eigenem Innenausbau plant, verhindert das Patchwork, bevor es entsteht.

Was Eigentümer und Hausverwaltungen davon haben

Kontrolle übers Innenleben

Sie entscheiden, welche Trasse genommen wird, wo die APLs in den Wohnungen sitzen, wann gearbeitet wird, wie mit Mietern kommuniziert wird. Beim anbietergesteuerten Innenausbau bestimmt der Anbieter nach seinem Standardbauplan.

Kein Anbieter-Lock-In

Anbieterfinanzierter Innenausbau bindet Sie und Ihre Mieter oft 10 Jahre an einen Anbieter (Bestandsmieterverträge, Wartungsklauseln). Mit eigenem Innenausbau bleibt Ihr Haus für jeden Anbieter offen.

Werterhalt der Immobilie

Ein modernes, dokumentiertes Glasfaserinnennetz steigert den Wert der Liegenschaft. Bei Verkauf oder Refinanzierung ist das ein nachweisbarer Vorteil. Beim anbietergesteuerten Innenausbau gehört das Netz nicht Ihnen.

Mieterbeziehung bleibt sauber

Sie als Eigentümer oder Immobilienverwaltung kommunizieren mit den Mietern. Wir treten in Ihrem Namen auf. Keine Werbeschreiben fremder Anbieter im Hausflur, keine ungebetenen Werber an der Wohnungstür.

Bedürfnisspezifisch geplant

Beschlussvorlage für die Wohnungseigentümergemeinschaft, Mieterinformation, Terminlogik abgestimmt auf Ihren Bauablauf, Smart-Building-Vorbereitung (Heizung, Aufzug, Klingelanlage). Steht beim anbietergesteuerten Innenausbau in der Regel nicht zur Diskussion.

Anbieterneutral dokumentiert

OTDR-Messprotokoll pro Strecke, Wohnungsbelegungsplan, Wartungshinweise. Übergabemappe pro Liegenschaft, die bei späteren Mieterwechseln, Verkauf oder im Streitfall Ihre Beweisgrundlage ist.

Fünf Entscheidungen, die jetzt anstehen

1. Wegerecht: ja oder nein

Sie sind nicht verpflichtet, einem Anbieter Wegerecht zu geben. Wenn Sie zustimmen, sollten die Bedingungen klar sein: Trassenführung, Wiederherstellung, Wartungszugang, Laufzeit, Open-Access für Wettbewerber.

2. Wer baut innen

Standardvariante des Anbieters ist meist: er baut innen auch. Damit gehen Mitsprache und Eigentum am Innennetz weg. Eigener Innenausbau kostet Sie etwas, gibt Ihnen aber Hoheit über die Liegenschaft.

3. WEG-Beschluss vorbereiten

Bei Wohnungseigentümergemeinschaften brauchen Sie einen Beschluss der Eigentümerversammlung. Wir liefern Ihnen die technische Vorlage (Tagesordnungspunkt, Kostenschätzung, Begründung). Die juristische Prüfung gehört in die Hand Ihres Anwalts.

4. Bestandsverträge prüfen

Telekom-Hausanschluss, Vodafone-Kabelanschluss, Multimediavereinbarungen. Diese Verträge laufen weiter, auch wenn jemand Glasfaser legt. Was bleibt, was wird gekündigt, was wird umgestellt: vorher klären, nicht nachher.

5. Mieter informieren

Mieter haben Anspruch auf Information, was passiert, wann, in welcher Wohnung. Wir liefern eine Mieterinformation als Standardvorlage, die Sie auf Ihren Briefkopf anpassen. Das nimmt Unsicherheit raus, bevor sie zur Beschwerde wird.

Bonus: Ihre Elektriker und Handwerker bleiben dabei

Wenn Sie einen festen Elektrobetrieb oder Handwerker für Ihre Liegenschaft haben: wir arbeiten gerne mit denen zusammen. Bei Bedarf übernehmen die Trassenvorbereitung, Stemmarbeiten oder Endkundenpatching, wir liefern den Glasfaserspezialteil. Wir verdrängen niemanden, der bei Ihnen schon eingespielt ist.

Wenn Sie Mieter sind

Drei kurze Antworten auf die häufigsten Fragen, die uns von Mietern erreichen. Ihr direkter Vertragspartner ist und bleibt Ihre Hausverwaltung.

Muss ich zustimmen, dass Glasfaser gelegt wird?

Über das hauseigene Netz entscheidet der Eigentümer oder die Wohnungseigentümergemeinschaft. Den Anbietervertrag (also Internet, Telefon) schließen Sie als Mieter selbst, wenn Sie wollen. Beides sind getrennte Entscheidungen.

Was passiert mit meinem aktuellen Internetvertrag?

Erst mal nichts. Bestehende Verträge laufen weiter, bis Sie selbst kündigen. Glasfaserverfügbarkeit heißt nicht automatischer Vertragswechsel. Vergleichen Sie in Ruhe.

Wer ist mein Ansprechpartner bei Bauarbeiten?

Ihre Hausverwaltung. Wenn ein Termin in Ihrer Wohnung nötig wird, kommt die Ankündigung dort her. Falls während der Arbeiten Probleme auftreten, melden Sie sich bei Ihrer Verwaltung, nicht direkt beim Anbieter.

Wenn Sie Hausverwaltung oder Eigentümer sind

Wir bauen den Innenausbau Ihrer Liegenschaft. Anbieterneutral, dokumentiert, mit Übergabemappe und WEG-tauglicher Beschlussvorlage. Hier ist, was als nächstes passiert, wenn Sie sich für eigenen Innenausbau entscheiden:

  1. Begehung Ihrer Liegenschaft, kostenfrei. Wir prüfen Trassen, Steigleitungen, Hausanschlussraum.
  2. Sie bekommen ein Konzeptdokument: Soll-Zustand, Bauablauf, Kostenschätzung, Vorlage für die Mieterkommunikation.
  3. Bei Wohnungseigentümergemeinschaften: Sie bringen den Beschluss mit unserer Vorlage durch die Eigentümerversammlung.
  4. Wir bauen, koordinieren mit dem Anbieter am Hausanschluss, dokumentieren pro Strecke.
  5. Übergabemappe an Ihre Verwaltung, Mieter sind anschlussbereit.

Anbieterbrief auf dem Tisch?

Bevor Sie unterschreiben, lassen Sie uns 30 Minuten am Telefon durchgehen, was im Brief steht und was er für Ihre Liegenschaft in Wuppertal oder anderswo in NRW bedeutet. Erstgespräch ist kostenfrei.